Anatomie eines Card-Elements (via uxplanet.org)

Ziel der Untersuchung

Eine flexible Designstrategie, die von großen Unternehmen wie Airbnb, Pinterest und Google angewendet wird, ist das sogenannte Card-Layout. Hierbei werden Inhalte in kleine, handliche Einheiten – die Kartenelemente – unterteilt und in einem oftmals rasterähnlichen Layout präsentiert.

In diesem Projekt wurde die Wirkung von Card-Layouts mithilfe von Eyetracking-Technologie untersucht. Dabei wurden verschiedene Layout-Möglichkeiten betrachtet und typische Betrachtungsmuster identifiziert und analysiert, um eine Aussage über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Darstellungsform treffen zu können.

Untersuchte Websites

Die Auswahl der Stimuli geschah auf Grundlage folgender Annahmen der Nielsen Norman Group, wann Cards gut eingesetzt werden können:

  1. Cards sind besser geeignet, wenn man Informationen durchstöbert als direkt sucht

  2. Cards sind besser geeignet, um heterogene Informationen abzubilden.

Aus einer Vielzahl von möglichen Websiten wurden schließlich Airbnb und Pinterest zur Überprüfung der ersten Hypothese sowie Google Analytics für die zweite Hypothese gewählt.

Ergebnisse

  • Wahrnehmung als Einheit

    Cards werden als Einheit wahrgenommen. Dieser Effekt wird durch Gestaltungseigenschaften wie Rahmen, Schatten oder abgerundete Ecken verstärkt.

  • Strukturierungsgrad des Layouts

    Stärker strukturierte, rasterartige Layouts wie das von Airbnb werden deutlich positiver wahrgenommen als schwächer strukturierte wie das von Pinterest. Letzteres erschwert die Informationsaufnahme durch dessen mosaikartige Struktur sogar, da viele Sprünge im Blickverlauf zu erkennen sind.

  • Gruppierung von Bild und Text

    Bei der Betrachtung von Cards liegt ein starker Fokus auf den Bildern, wodurch diese ein/das wesentliche Element einer Card bilden. Der Text spielt meist eine untergeordnete Rolle und wird nur spärlich betrachtet.

  • Suchstrategien

    Im Rahmen der Untersuchung konnten zwei grundlegende Suchstrategien identifizert werden. Die Mehrheit (75 %) sieht den Inhalt einer Seite erst grob an bevor dieser nochmal detaillierter betrachtet und eine Auswahl getroffen wird ("2-Pfad-Strategie"). Der andere Teil der Probanden benutzt die 1-Pfad-Strategie und wählt schon beim ersten Durchsehen aus, welche Inhalte von Interesse sind.

  • Darstellung von heterogenen Informationen

    Es konnte bestätigt werden, dass Cards eine akzeptable Möglichkeit sind auch verschiedenartige Informationen zu gruppieren. Dies wurde anhand von Google Analytics überprüft.